Christian Kempf / Vertrieb +49 6104 6001 619 Darf ich Ihnen weiterhelfen?

9:50 Uhr. Die Palette bleibt hier.

Eine Lieferung ist fertig und soll das Werk verlassen. Dann fehlt eine Kennzeichnung. Die Suche nach einer Lösung führt vom Warenausgang im Maintal nach Obertshausen. Hinter einem Hallentor bekommt die Vorstellung davon, was ein Logistiker macht, etwas mehr Raum.

Das Maintal liegt an diesem Morgen unter dichtem Hochnebel. Auf den Feldern zeichnen sich die Baumreihen erst aus der Nähe ab, weiter hinten verschwinden die Hügel im Grau. Es ist einer dieser Morgen, an denen die Landschaft ein wenig länger braucht.

In den Gewerbegebieten entlang des Mains wird längst gearbeitet. Ein Lkw biegt auf ein Betriebsgelände und fährt langsam rückwärts an eine Laderampe. Das Tor hebt sich. Für einen Moment öffnet sich die helle Halle zum grauen Morgen draußen. Hier endet die Welt des Herstellers und beginnt die Welt der Straße.

Um 9:50 Uhr steht dort eine Palette, deren Geschichte eigentlich erzählt ist. Die Bauteile sind hergestellt und liegen in ihren Verpackungen. Im System ist hinterlegt, wohin die Lieferung gehen soll. Der Lkw draußen gehört bereits zum nächsten Abschnitt.

Bei der letzten Prüfung fällt die fehlende Kennzeichnung auf.

Für den Verantwortlichen kehrt damit ein Auftrag zurück, den er gedanklich längst verlassen hatte. Vielleicht war er gerade bei einer anderen Lieferung oder schon in einem Gespräch über die kommende Woche. Nun muss er herausfinden, wie sich mehrere tausend Bauteile nachträglich kennzeichnen lassen. Die Ware ist vorhanden, der Empfänger wartet. Was fehlt, muss auf ein Produkt, das bereits fertig verpackt im Warenausgang steht.

Die Suche führt zum Laser. Auf den Bildern der Anbieter liegen einzelne Werkstücke unter einem Bearbeitungskopf, gut zugänglich und für die Beschriftung ausgerichtet. Technisch scheint die Aufgabe lösbar.

Eine fertige Lieferung kehrt in die Arbeit zurück

Für die eigene Lieferung braucht es allerdings noch einen Ort, an dem jemand mit der ganzen Palette umgehen kann. Würde der Verantwortliche die Teile im eigenen Werk für die Bearbeitung vorbereiten lassen, müsste er dafür einen zusätzlichen Ablauf schaffen. Die Produktion arbeitet bereits an den nächsten Aufträgen. Dort ist diese Lieferung abgeschlossen. Die Suche führt schließlich nach Obertshausen zur Mühle GmbH.

Wie Mühle die Nachbearbeitung in den Warenfluss einbindet

Wer auf das Gelände kommt, erkennt zunächst einen Logistikbetrieb. Ware wird angeliefert, an den Rampen übernommen und später wieder auf die Straße gebracht. Mühle lagert Produkte und organisiert ihren Versand. Das passt zu dem Bild, das man sich auf der Fahrt durch die Gewerbegebiete rund um Frankfurt gemacht hat.

Mit der Anfrage aus dem Maintal kommt nun eine Aufgabe hinzu, die sich durch einen freien Lagerplatz allein nicht erledigen lässt.

An einem Muster wird geklärt, wie sich die Kennzeichnung aufbringen lässt. Wenn die Ausführung feststeht, kann die übrige Ware folgen.

Damit wechselt die Palette gewissermaßen für eine Weile ihren Zustand. Sie ist keine Lieferung mehr, die auf ihre Abfahrt wartet. Ihr Inhalt wird wieder zum Gegenstand von Arbeit.

Mühle übernimmt diesen Teil. Die Bauteile werden für die Bearbeitung vorbereitet und erhalten ihre Kennzeichnung. Was am Morgen noch einen zusätzlichen Ablauf im Werk des Auftraggebers verlangt hätte, findet nun innerhalb eines Betriebs statt, der die Ware anschließend auch wieder auf ihren Weg bringen kann.

Bei Mühle heißt das Rework. Der Begriff bezeichnet die Nachbearbeitung bereits hergestellter Produkte und öffnet einen Teil des Leistungskatalogs, den man einem Logistikunternehmen von der Straße aus kaum ansieht.

Für den Verantwortlichen im Maintal ist die Bezeichnung vermutlich zweitrangig. Für ihn zählt, dass er den ungeplanten Vorgang abgeben konnte, während im eigenen Werk längst die nächsten Aufträge laufen.

Irgendwann kommt die Nachricht, auf die er gewartet hat.

Die Lieferung ist fertig.

Diesmal bedeutet der Satz tatsächlich, dass sie weitergeschickt werden kann.

Im Maintal hat sich der Hochnebel inzwischen gehoben. Der Vormittag, der um 9:50 Uhr noch einmal zu einem bereits abgeschlossenen Auftrag zurückführte, zieht weiter.

Der Versand kann bestätigt werden.

In Obertshausen wird währenddessen neue Ware angenommen. Vom Hof aus sieht das nach Logistik aus. Doch was hinter dem Tor mit ihr geschehen wird, steht auf einem anderen Auftrag und bedarf möglicherweise einer ganz anderen Serviceleistung, die man bei einem Logistikunternehmen so nicht erwarten würden.